Ingo Gädechens im Untersuchungsauschuss zur Aufklärung der Vorfälle in Kunduz
Die Bundeswehr steht vor großen Veränderungen, die in erster Linie aus sicherheitspolitischen Gründen, aber auch vor dem Hintergrund solider Staatsfinanzen notwendig sind. Für uns geht es um eine
effiziente, moderne und nach den notwendigen Erfordernissen ausgerüstete Armee. Zu diesem Gesamtthemenkomplex gehörte auch der schwierige Schritt, die allgemeine Wehrpflicht zum 01. Juli 2011
auszusetzten. Sie war aufgrund der aktuellen sicherheitspolitischen Lage nicht mehr zu rechtfertigen. Gleichzeitig haben wir einen "Freiwilligen Wehrdienst" von bis zu 23 Monaten eingeführt. Ziel
ist eine verstärkte Orientierung unserer Streitkräfte an ihren heutigen und künftigen Aufgaben. Dabei müssen besondere Fähigkeiten - sowohl für mögliche Auslandseinsätze, wie auch für den
Heimatschutz, allein oder im multinationalen Bündnis – bewahrt werden.
Schritt für Schritt wird die neu ausgerichtete Bundeswehr Konturen annehmen: Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière, MdB hat nun Entscheidungen für eine deutliche Reduzierung der
Truppenstärke und der Zahl der zivilen Mitarbeiter sowie ein angepasstes Standortkonzept getroffen. Dabei zählt das bundeswehrfreundliche Schleswig-Holstein leider zu den Ländern mit den größten
Reduzierungen. Auch wenn alle Teilstreitkräfte nach wie vor eine Präsenz in unserem Bundesland aufweisen, ist der Verlust vieler Dienstposten ein schmerzhafter Prozess.
Im Rahmen meiner Arbeit als ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss ist es mein persönliches Ziel, dass dieser Umstrukturierungsprozess vom Personalabbau bis hin zur Kasernenschließung so
sozialverträglich wie möglich erfolgt. Dies gilt sowohl für die betroffenen Mitarbeiter der Bundeswehr als auch für zukunftsweisende Konversionsprogramme, die den Städte und Gemeinden in dieser
besonderen Situation helfen.