Das „Schleswig-Holstein Fenster 2009“ ist Orientierung, Auftrag und Leitlinie der Tätigkeit der Landesgruppe im Deutschen Bundestag in der 17. Wahlperiode. Das Schleswig-Holstein Fenster soll den Koalitionsvertrag nicht ersetzen, sondern dort ergänzen, wo es in Schleswig-Holstein landesspezifische Besonderheiten gibt.
Die wichtigsten Vorhaben und Themen finden Sie hier. Das vollständige Schleswig-Holstein Fenster können Sie weiter unten downloaden.
Schleswig-Holstein Fenster 2009
"Wir haben die Kraft für Schleswig-Holstein"
Wir, die schleswig-holsteinische Landesgruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, werden uns in enger Abstimmung mit dem CDU-Landesverband und der CDU-Landtagsfraktion in der kommenden Legislaturperiode für die konsequente Durchführung des gemeinsamen Regierungsprogramms der CDU/CSU und darüber hinaus insbesondere für folgende landesspezifische Ziele einsetzen:
>>> VERKEHRSINFRASTRUKTUR: DIE LEBENSADERN SCHLESWIG-HOLSTEINS
In den letzten Jahren konnten viele für Schleswig-Holstein wichtige Verkehrsprojekte auf den Weg gebracht werden. Allen voran steht der Bau einer festen Fehmarnbeltquerung. Jetzt geht es darum, die Chancen der festen Beltquerung zu nutzen. Aus bundes- und landespolitischer Perspektive entsteht hier ein Schlüsselprojekt für grenzüberschreitendes Zusammenwirken und mehr Wachstum im Ostseeraum. Das herausragende Bauvorhaben wird für einen noch engeren Austausch der beiden nordeuropäischen Metropolen Hamburg und Kopenhagen/Malmö mit allen Vorteilen für Innovation und moderne Arbeit sorgen. Nach ihrer Vollendung wird diese beschleunigte Verkehrslinie insbesondere für die Regionen Ostholstein und Lübeck zahlreiche Perspektiven aufzeigen. Mit der Realisierung hat Schleswig-Holstein das Potential zur Logistikdrehscheibe in ganz Nordeuropa zu werden. Dies müssen wir nutzen.
Wir nehmen aber auch die Anliegen und Sorgen der Menschen in der Region sehr ernst. Deshalb gibt es einen ständigen Dialog mit den Kommunen und regionalen Akteuren, der auch die bereits gegründeten deutsch-dänischen Organisationen berücksichtigt und einbezieht. Mit gezielter Förderpolitik wollen wir dazu beitragen, dass eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung beschleunigt wird. Ein neuer grenzüberschreitender Arbeitsmarkt wird entstehen.
Unser besonderes Augenmerk werden wir auf den Ausbau der Hinterlandanbindung legen. Hier gilt es, einen mit den Kommunen abgestimmten Trassenverlauf der zweigleisigen Schienenhinterlandanbindung zu erreichen.
Die Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein hat durch die jüngsten konjunkturellen Maßnahmen einen zusätzlichen Schub erhalten. Dennoch müssen alle im Bau befindlichen infrastrukturellen Maßnahmen im Land weiterhin zügig fortgeführt werden, die baureifen Vorhaben müssen schnellstmöglich begonnen und die übrigen Projekte des vordringlichen Bedarfs zeitgerecht realisiert werden.
Beim Straßenverkehr sind Autobahnen und Bundesstraßen die am stärksten frequentierten Verkehrswege in Schleswig-Holstein. Deshalb setzen wir uns insbesondere ein für
>>> MARITIME POLITIK: WIRTSCHAFTEN UND FORSCHEN AN DER WATERKANT
Für das meerumschlungene Schleswig-Holstein war die maritime Wirtschaft seit jeher ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Krise hat einige Branchen der maritimen Wirtschaft schwer getroffen. Besonders im Schiffsbau ist die Situation schwierig. Mehr als je zuvor gilt es deshalb, diesen für uns im Norden so wichtigen Wirtschaftsfaktor in seiner Breite zu unterstützen und die Arbeitsplätze zu sichern. Aber maritime Politik muss noch mehr im Auge haben: Die Sicherheit der Menschen an und auf der See ist ebenso wichtig, wie die Erforschung der einzigartigen Lebensräume im Meer und an der Küste.
Wir treten deshalb ein für mehr Sicherheit auf See und eine nationale Küstenwache, die Beibehaltung der Tonnagesteuer, die Anerkennung des IFM-GEOMAR als „Deutsches Meeresforschungszentrum“ und einen engagierten Küstenschutz
>>> GESUNDHEIT
Der Sicherung einer wohnortnahen Versorgung vor allem in den ländlichen Regionen, wie sie für Schleswig-Holstein charakteristisch sind, werden wir besondere Aufmerksamkeit widmen.
>>> UMWELT, ENERGIE UND LÄNDLICHE RÄUME
Unser Bundesland zeichnet sich durch die besondere Schönheit und Vielfältigkeit seiner Naturlandschaften aus. Diese sind unser wichtigstes Gut auch als Existenzgrundlage für die Menschen, die mit der Nutzung der Naturgüter ihre Existenzbedingungen sichern. Nicht zuletzt ist ihr Erhalt Voraussetzung für den Tourismus in Schleswig-Holstein. Umwelttechnologien stellen zunehmend einen wichtigeren Wirtschaftszweig dar, in dem Schleswig-Holstein über besondere Potentiale verfügt. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Möglichkeiten der Technologieförderung gerade in diesem Bereich seitens des Bundes mehr als bisher auch Schleswig-Holstein zu Gute kommt.
>>> TOURISMUS UND KULTUR
In Schleswig-Holstein leben ca. 80.000 Menschen direkt vom Tourismus. Noch viel mehr Menschen sind mittelbar auf ihn angewiesen. Das gilt insbesondere für die Inseln. Die Politik der Union in Berlin und in Kiel hat dem Tourismus in den vergangenen Jahren gut getan: Touristische Zielgruppen werden konsequent umworben; mittelstandsorientierte Politik hilft gerade der klein- und mittelständisch strukturierten Tourismuswirtschaft in unserem Land.
Wir werden uns dafür einsetzen, dass
Aufgrund der hohen Förderungen in den letzten zwei Jahrzehnten in den Tourismus der ostdeutschen Länder, hat Schleswig-Holstein in Teilen erheblichen Aufhol- und Modernisierungsbedarf. Wir werden uns dafür einsetzen, dass es zu keinen weiteren Wettbewerbsverzerrungen kommt
Schleswig-Holstein ist ein Kulturland. Die kulturelle Vielfalt Schleswig-Holsteins gilt es weiterhin zu schützen und die historisch bedeutende Substanz des Landes zu sichern. Kultur ist aber auch ein bedeutender Wirtschafts- und Standortfaktor. Daher werden wir uns intensiv dafür einsetzen, dass die Mittel des Bundeskulturhaushaltes auch den kulturellen Leuchttürmen und den kleineren Kulturzentren Schleswig-Holsteins zugute kommen und damit das Land angemessen berücksichtigt wird. Auf dieser Grundlage stärken wir auch den Kulturtourismus in Schleswig-Holstein weiter. Wir setzen uns dem Prinzip der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für Kultur folgend außerdem ein
>>> ZUSAMMENARBEIT MIT NATIONALEN MINDERHEITEN
Schleswig-Holstein verfügt als einziges Bundesland mit den Dänen, den Friesen sowie den Sinti und Roma über drei anerkannte nationale Minderheiten. Dies ist für unser Land ein Alleinstellungsmerkmal. Autochthone Minderheiten zu unterstützen und zu fördern ist aber nicht nur eine Aufgabe des jeweiligen Bundeslandes, sondern nach unserem Verständnis auch eine gesamtstaatliche Aufgabe. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Organisationen der nationalen Minderheiten ihre bisherige finanzielle Förderung auf aktuellem Niveau verstetigt und die Projektförderung weiterhin ermöglicht wird. Dies gilt auch für das Projekt einer Organisationszentrale für die friesische Volksgruppe.
Die Einrichtung des Europäischen Zentrums für Angelegenheiten nationaler Minderheiten in Flensburg (ECMI) hat sich bewährt und wird von uns weiterhin unterstützt. Darüber hinaus plädieren wir wie unser Ministerpräsident für einen Kommissar für Nationale Minderheiten auf EU-Ebene.
Wir verstehen uns auch als Anwalt der Interessen der deutschen Minderheit in Nordschleswig und sichern ihr unsere Unterstützung dahingehend zu, dass ihre Arbeit auch weiterhin als nationale deutsche Aufgabe verstanden wird und entsprechend finanziell gefördert wird.